28.05.2026

„Historischen Stoff in eine neue, moderne Form gebracht“ -„Annas Herzstück“ von Jürgen von Bülow als Uraufführung der Burgbühne

Gj. Das aufwendige Bühnenbild steht und die Kostüme mit entsprechenden Requisiten –  bis auf den letzten Gürtel, den letzten Hosenträger, dazu passendes Schuhwerk- sind bereit. Sigrid Schweiker ist für den Entwurf der Kostüme bis zur letzten Anprobe der 25 Spieler und Spielerinnen verantwortlich. Die Farben Schwarz, Weiß, Dunkelblau, Weiß und Rot sind vorherrschend, die Trachten sind angelehnt an die Originale, keine eins-zu-eins Kopien und die Kleidung entspricht dem Stand, der Stellung und dem Beruf des Trägers. Aufwendig ist dieses Jahr  auch das Bühnenbild.  Die Aktiven der Burgbühne waren wiederholt im Arbeitseinsatz unter Leitung von Arthur Hilberer und  André Kohler, Ingo Lachmann ergänzte Graphisches, Bühnenmalerei ist von Neele Mayer und Sophie Birk. Ein Brennofen spielt natürlich eine zentrale Rolle: Den hochwertigen Mittellauf bezeichnet man als „Herzstück‘“ eines Brandes – und „Herzstück“ hat für den Autor des Stückes, Jürgen von Bülow, auch eine ganz besondere Bedeutung.

Das Stück spielt in den 20er Jahren – ein Plakat, das auf die Feier der 600 Jahre Stadtrechte hinweist, wurde vergrößert - und es lässt die Auswirkungen des 1. Weltkrieges anklingen, gleichzeitig einen Blick auf die Entwicklung in den 30er Jahren werfen.

„Mir ist wichtig, den historischen Stoff in eine neue, heutige Form zu bringen. Wir versuchen, eine eigene ‚Jacke‘ für das Stück zu finden, die sowohl die Tiefe bewahrt als auch Leichtigkeit zulässt. Dabei entstehen immer wieder bewusst humorvolle und lebendige Momente, die das Stück für ein breites Publikum – jung wie alt- zugänglich machen. In der Arbeit mit dem Ensemble lege ich großen Wert auf präzise Situationen, dass Beziehungen deutlich werden und eine lebendige Spielweise. Gleichzeitig entsteht vieles aus dem Ensemble heraus, so dass eine sehr organische und gemeinsame Arbeitsweise entsteht“, schildert Regisseur Rob Doornbos seine Arbeitsweise.

Anna (Anne Kowalsky) sehr selbstbewusst und durchaus in der Lage, eine eigene Brennerei zu leiten, soll Heinrich (André Kohler), eine sogenannte gute Partie , heiraten – ihrer Familie geht es eher schlecht als recht. Zuvor will sie allerdings ihren ganz persönlichen Erfolg einfahren und den Preis für den bestgebrannten Schnaps gewinnen. Die Kontrolleure aus Lörrach bringen jedoch einige  Pläne durcheinander.

Die Handlung wird durch die beeindruckende musikalische Untermalung von Magnus Reichel unterstrichen und verstärkt. Rob Doonbos ist überzeugt, dass „ein zentraler Bestandteil der Inszenierung  die Musik von Magnus Reichel ist. Seine Kompositionen unterstützen die Szenen sehr fein, geben ihnen Rhythmus und Atmosphäre und tragen wesentlich dazu bei, dass die Aufführung eine große Lebendigkeit entwickelt.“

In Anlehnung an die Heimattage spricht auch August Ganther und Grimmelshausen ein Wörtchen in der Inszenierung mit.

Termine der Freilichtaufführung:

Premiere: Sa.,13.,  Fr. 19., Sa. 20., 20.00 Uhr,  So. 21., Fr. 26., Sa. 27., So. 28. Juni; Mi. 1., Sa. 4., So. 5., Mi. 8., So. 12., Fr. 17. und Sa. 18. Juli 2026 – Freitag und Samstag um 20:00 Uhr, außer am 20.6.; Mittwoch und Sonntag um 19:00 Uhr.

Die Veranstaltungen finden alle im Garten des „‘s freche hûs“ in Oberkirch statt.

Kartenvorverkauf: www.ortenaukultur.de, Bürgerbüro der Stadt Oberkirch, 07802/82700, Geschäftsstelle der Mittelbadischen Presse.