14.07.2026

Hexenzauber in Oberkirch: Junge Bühne zeigt Kinderbuchklassiker

Noch haben die Hexen die Oberhand und schüchtern die kleine Hexe (Emma Müller) ein – aber die ist ziemlich clever und in der Hexenkunst beschlagen. ©Johanna Graupe (Text und Foto)

 

Die kleine Hexe (Emma Müller) will es einfach wissen. Heimlich fliegt sie zur Hornisgrinde und feiert mit den großen Hexen die wilde Walpurgisnacht. Das ist ihr streng verboten, sie ist dafür viel zu jung und unerfahren. Es kommt, wie es kommen muss: Sie wird entdeckt. Und die großen Hexen sind richtig fies. Sie finden, die kleine Hexe ist mit ihren 127 Jahren noch viel zu jung, um mittanzen zu dürfen. Die Oberhexe (Birgit Hellrung) stellt sie vor eine Prüfung. Sehr zum Missfallen der bösen Wetterhexe Rumpumpel (Maria Guerra) erhält sie die Chance, an der nächsten Walpurgisnacht teilzunehmen. Genau ein Jahr hat die kleine Hexe Zeit, eine „gute“ Hexe zu werden. Dann darf sie, vielleicht, bei der nächsten Walpurgisnacht dabei sein.

Übt, was das Zeug hält

Das lässt sich die kleine Hexe nicht zweimal sagen, sie nimmt die Aufgabe sehr genau. Mit ihrem treuen Freund, dem Raben Abraxas (Frauke Baldus-Fleck) übt und zaubert sie, was das Zeug hält und hilft, wo sie nur kann. Zusammen mit ihrem Raben vollbringt sie wahre Wunder und schafft es, eine richtig gute Hexe zu werden. Ihr großer Traum muss unbedingt in Erfüllung gehen – bei der nächsten Walpurgisnacht sollen die alten Hexen sie endlich in ihren Hexenkreis aufnehmen.

Ob die böse Gewitterhexe Rumpumpel sie heimlich beobachtet? Egal. Was sollte an ihren Taten auszusetzen sein? Die kleine Hexe tut doch alles, um „gut“ zu werden, aber was heißt eigentlich: eine „gute“ Hexe? Und schließlich kommt es anders, ganz anders. Es stellt sich die Frage, ob eine richtig gute Hexe wirklich gut ist, wenn sie zu allen gut ist. Muss eine gute Hexe nicht richtig böse sein?

Kinderbuch aus 1957

Otfried Preußlers Kinderbuch verteidigt seit fast siebzig Jahren so konsequent wie erfolgreich die Perspektive der kleinen Erwachsenen. Wenn die Regeln der Großen willkürlich und gemein sind, braucht es vielleicht die Kleinen, um für das Gute zu sorgen. Schließlich passt auch in eine kleine Hexe ein riesengroßes Herz. „Und manchmal braucht es nur einzelne, um eine festgefahrene Welt zu verändern“, sagt Frauke Baldus-Fleck.

Der Kinderbuchklassiker in der Regie von Frauke Baldus-Fleck und Maria Guerra ist eine liebenswerte Geschichte über den Wert der Freundschaft, die Kraft der Jugend und dem im Märchen stets siegenden Guten über das Böse.

Die Junge Bühne der Realschule zeigt in einer Besetzung von 70 Mitwirkenden auf und hinter der Bühne den Kinderbuchklassiker aus dem Jahr 1957 in einer neuen Fassung, in der die Heimattage Oberkirch ebenfalls ihren Niederschlag finden.

Karten können auf www.ortenaukultur.de, im Bürgerbüro der Stadt Oberkirch, Tel.: 07802/82700 oder auf www.jungebuehne-oberkirch.de erworben werden.

Freilichtaufführungen der Jungen Bühne im Garten des freche hus sind am 16. Juli (Premiere ist ausverkauft), 19. Juli und 26. Juli jeweils um 10.30 Uhr; Freitag, 24. Juli, um 19 Uhr; Samstag, 25. Juli, um 16.30 Uhr und 19 Uhr; Sonntag, 26. Juli, um 17 Uhr.